Die Judoabteilung wurde 1954 in den Anfängen des saarländischen Judosports gegründet. Ihre Entwicklung ist eng mit der des saarländischen Judobundes (SJB), welcher ebenfalls 1954 gegründet wurde, verbunden. Judo war bis Anfang der 50-iger Jahre im Saarland nahezu unbekannt. Allenfalls wusste man von einer japanischen, waffenlosen Selbstverteidigung, Jiu-Jitsu genannt, die auch schon in der Vorkriegszeit in einigen Clubs in Deutschland betrieben wurde. Daraus entwickelten sich später in der Bundesrepublik die Judovereine.
Anders hingegen verlief die Entstehung im Saarland, das bis zu seiner Rückgliederung in vielen Bereichen, so auch im Sport, eher an Frankreich orientiert war. In unserem Nahbarland war der Judosport, so wie er heute betrieben wird, schon damals sehr populär und wurde auf hohem technischen Niveau von Japanern gelehrt.
Der Zufall wollte es, dass sich französische Judo-Spitzensportler beruflich im Saarland etablierten, und auch hier auf die Ausübung „ihres“ Sports nicht verzichten wollten. Aus einer privaten Trainingsgemeinschaft entstand so der Judo- und Jiu-Jitsu-Club Saarbrücken, der von dem Franzosen Cordonnier, der es in seiner Heimat bereits zu Meisterehren gebracht hatte, technisch geleistet wurde. Die Organisation hatte Andre Ertel übernommen, der später auch überregional in Sachen Judo tätig wurde und mehr als zwei Jahrzehnte Präsident der Europäischen Judounion war. In den Saarbrücker Club traten bald Interessenten aus dem ganzen Saarland, auch aus Dudweiler, ein. Innerhalb relativ kurzer Zeit war der JC Saarbrücken so mitgliederstark, dass er die Substanz für die Gründung weiterer Vereine in den jeweiligen Heimatgemeinden der Judoka abgeben konnte.
In Dudweiler bot sich der ASC (Allgemeine Sport Club Dudweiler) für die Bildung einer Sparte Judo an. Auch hier ergriff die Initiative Andre Ertel. Mit organisatorischer Schützenhilfe des Großvereins wurde die Judo- und Jiu-Jitsu Abteilung mit Wirkung vom 01.01.1954 ins Leben gerufen. Zu den Judoka der ersten Stunde, die auch die spätere Entwicklung des Judo-Sports in Dudweiler wesentlich mitgeprägt haben, gehörten Günther Comes, Helmut Hauth, Günther Lind und Helmut Pfeifer. Wenn auch die Trainingsbedingungen aus heutiger Sicht mehr als spartanisch waren (ungeheizte Sporthalle, kalte Duschen auch im Winter, als Matte nur der 2cm dicke Filzbelag des Boxrings) wurde mit großem Engagement und technischer Unterstützung des französischen Trainers mit der Pionierarbeit begonnen. Innerhalb kürzester Zeit standen 30 aktive Mitglieder auf der Matte. Bald hatte der Verein durch intensives Training und zahlreiche Besuche von Weiterbildungslehrgängen eigene Trainer und konnte schon erstmals Ende 1954 den saarländischen Vizemannschaftsmeister stellen. Die Spartenleitung hatte von Anfang an Helmut Pfeifer inne, der wenig später auch die Trainerfunktion übernahm und zu den ersten Trägern des schwarzen Gürtels im Saarland gehörte.
Schon bald gehörten die Dudweiler Judoka zur Elite des SJB. Von 1954 bis 1960 wurden neben zahlreichen Platzierungen und Vizemeisterschaften nicht weniger als 10 Einzel-Saarlandmeister-Titel gewonnen. Dafür stehen die Namen Helmut Hauth, Günther Comes, Günther Lind, Horst Jost, Helmut Hartmann, Hans Wunn, die Brüder Jürgen und Wolfgang Sutor und die Brüder Kurt und Helmut Pfeifer, von denen Letzterer lange Jahre einen Stammplatz in der Saarauswahl hatte. Sein Bruder Kurt, damals mehrfacher saarländischer Schülermeister, sollte in den 60-iger Jahren auch auf Bundesebene eine dominierende Rolle übernehmen.
In den Jahren 1957 bis 1959 konnte die Judoabteilung eine Mannschaft stellen, die auch über die Grenzen hinaus für jeden Sieg gut war. Sie gewann die saarländische Mannschaftsmeisterschaft 1957 und holte sich alle Pokale innerhalb des Saarlandes und auf internationaler Ebene in Frankreich und in Luxemburg, die auf Mannschaftsturnieren ausgeschrieben waren. Die in Dudweiler ausgerichteten Veranstaltungen fanden schnell zahlreiches und bald auch sachkundiges Publikum. Judo war in verhältnismäßig kurzer Zeit in Dudweiler populär geworden. Die Mitgliederzahl wuchs mit den Erfolgen und nach und nach verbesserten sich auch die organisatorischen Bedingungen (Trainingsdomizil, neue Matte usw.)
Die Dudweiler Judoka mischten aber nicht nur als aktive Sportler mit, sondern waren auch schon sehr früh auf Landesebene als Lehrgangsleiter und bei Vereinsneugründungen innerhalb des Saarlandes als Trainer gefragt. Auch bei der Gründung und Leitung des Judoclubs Saar, der eigentlich auch heute noch die Aufgabe haben sollte, de3n saarländischen Judosport überregional zu repräsentieren, und in den damals alle Spitzenkämpfer des SJB aufgenommen wurden, hatten die Dudweiler Judoka eine Spitzenrolle übernommen.
Die Pioneerarbeit war im Wesentlichen geleistet, als die Judoabteilung im Jahr 1960 mit etwa 50 Mitgliedern geschlossen vom ASC in den ATV Dudweiler übertrat. Zunächst bot sich die Möglichkeit, im inzwischen abgerissenen Gemeindehaus am Neuhauser Weg ein festes Dojo einzurichten. In Selbsthilfe bauten sich die Abteilungsmitglieder unter der Bühne einen Trainingsraum. Dort konnte unabhängig von den Hallenzeiten jederzeit trainiert werden.
In dieser Trainingsstätte bereitete sich Kurt Pfeifer, unser damaliger Abteilungsleiter, auf die Deutschen Jugendmeisterschaften 1962 vor. Als erster saarländischer Judoka errang er in Berlin den Deutschen Meistertitel.
Zu den besten Kämpfern in dieser Zeit zählten: Manfred Franz, Werner Hauth, Helmut Pfeifer, Guido Speicher, Wolfgang Sutor, Gerd Weidenfeld
und Theo Willems. Diese Mannschaft blieb auch zusammen, als die Abteilung ihr Trainingsdomizil 963 in die Räume am Jahnsportplatz verlegte. 1965 wurde die Mannschaft saarländischer Mannschaftsmeister und schaffte damit den Aufstieg in die Oberliga Südwest.
1966 wurde die Trainingsstätte in die Turnhalle der Mühlenschule (heutige Gesamtschule Sulzbachtal) verlegt, in der immer wieder Heimkämpfe gegen renommierte Mannschaften stattfanden. Ende des Jahres 1966 zog man wieder um, und zwar in die Turnhalle der Turmschule Dudweiler, der man bis heute treu geblieben ist. Hier wurde die erfolgreiche Mannschaft der 60-iger Jahre durch eine schlagkräftige Nachwuchsmannschaft abgelöst. Dieser Mannschaft gehörten mehrfache saarländische Juniorenmeister, nämlich Paul Boos, Cecil Boye und Udo Kasper, an, Ferner standen in diesem Team Heiner Kastler, Knut Klinnert, Kurt
Pfeifer, Helmut Pfeifer, Herbert Wagner, Wolfgang Fehlberg, Walter Kuhnert, Eugen Nikolaus, Ernst Slovik und Heinz Zimmermann. Nachdem zunächst einige Pokale von dieser Mannschaft gewonnen wurden errang sie 1975 erneut den Titel des saarländischen Mannschaftsmeisters.
Die zweite Hälfte der 70iger Jahre stand im Zeichen des Aufbaus einer überaus erfolgreichen Mädchenmannschaft. Diese Mannschaft errang 1982 in Wiesbaden den 5. Platz bei den südwestdeutschen Meisterschaften. Hieran hatten vor allem die Geschwister Katja und Gisela Glaub enormen Anteil.
Auch in den Jahren 2004-2014 war die Judoabteilung immer dabei, wenn es um Saarlandmeisterschaften, südwestdeutsche Meisterschaften und auch Deutsche Meisterschaften ging. In dieser Zeit wurden 3 Deutsche Vizemeisterschaften von Jessica Lindner erkämpft, die unter der Anleitung von Anja Wagner zu einer der besten Judokämpferinnen im südwestdeutschen Raum heranwuchs. Aber auch Anja Wagner war in ihrer Wettkampfzeit ein Aushängeschild des ATVD. Viele Saarlandmeistertitel, Südwestdeutsche Vizemeisterschaften und ein 3. Platz bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Karlsruhe sind Zeugen der hohen Qualität der Abteilung. Viele Bundesligaeinsätze stehen auf dem Konto der beiden Judodamen.
In den Jahren 2015 – 2020 waren die erfolgreichsten Kämpfer Yves-Michel Touna, Giuliano Rasper, Lars Ludwig, Giuseppina Sagona und Jessica Lindner, die alle an Deutschen Meisterschaften teilnahmen. Unsere erfolgreichste Kämpferin ist dabei mit Abstand Jessica Lindner welche u. a. 2020 den 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften und 2019 die Deutsche Polizeimeisterschaft und den 2. Platz bei den Europäischen Polizeimeisterschaften errang. Ein großer Teil dieser Erfolge haben die Kämpfer ihrem Trainer Klaus Mang zu verdanken, der in den letzten Jahren das Erwachsenentraining übernommen hatte.
Im Jahre 2020 wurde wieder mal ein Umbruch beschlossen. So wurde der selbständige Judoclub JC Dudweiler am 5. September 2020 gegründet, welcher ab 2021 seine Arbeit aufnimmt.. Den größten Anteil am Gelingen des Neustarts hat der „Alttrainer“ und neue Präsident des JC Dudweiler Herbert Wagner. Auch sollten dabei die weiteren Gründungsmitglieder genannt werden: Rosi Busch, Sandra Eifler. Björn Frey, Christoph Hartmann, Klaus Mang, Gabriele und Giuliano Rasper, Anja, Karl-Heinz und Sebastian Pfaff.
Die neue Trainingsstätte findet sich am Olympiastützpunkt, wofür wir dem SJB-Vorstand für seine Hilfe danken möchten.
